08.06.08
Text: khg - Bilder: khg, S. Aubertin, M.Diehl, M. Himbert


Den Regen (nicht ganz)in Spanien zurückgelassen

Große Resonanz bei doch noch idealem Wetter

Mittwochmorgen, kurz nach halb sieben auf dem Saar-Radweg zwischen Völklingen und Saarbrücken: ein Radfahrer fährt mich auf: "Habt ihr euren Startort am Sonntag verändert?" "Ja, wir sind in der Lindenschule, in der Köllertalhalle feiert einer seine Hochzeit, selber schuld! Aber alle Informationen findest du im Internet!" "Wir sehen uns am Sonntag!" "Ich sitze an der Kontrollstelle Rehlingen!"
Man kennt sich eben!

Schon am Dienstag hatte ich mit Günther einen Teil der Strecke ausgeschildert. Eigentlich zeigte der an diesem Tage keine Lust: nach einem Blick an den Himmel stellte der wettererprobte Jakobswegpilgerer fest: "Viel zu trocken!" Schließlich ließ er sich doch überreden, und wir schafften unseren Bereich von Nalbach über Rehlingen bis nach Saarwellingen. Die Warndtschleife sparten wir aus, die wollte ich am Donnerstag ausschildern.

Das lies sich auch gut an: auf dem Rückweg von Saarbrücken begann ich am Kreisel vor Großrosseln und fuhr gegen die Fahrtrichtung vom Sonntag bis St. Nikolaus. Dort erwischte mich der erste Schauer, den ich in einer überdachten Bushaltestelle noch aussitzen konnte. Ausgangs Lauterbach berichtet der Radiosprecher in meinem Ohr von einem heftigen Gewitter in Saarbrücken. Da wusste ich: jetzt bin ich dran! Die geplante Schleife über den Warndtweiher lies ich tunlichst weg und machte mich auf den Heimweg. Ab Geislautern setzte der Regen ein, die schwarzen Wolken in meinem Rücken ließen schlimmes ahnen. Und tatsächlich, 2 km vor Bous schüttete es dann wie aus Gießkannen. Ergebnis - siehe rechts!

So musste ich notgedrungen am Freitag nochmals ran, um den Rest der Warndtstrecke auszuschildern. Bei ordentlichem Wetter machte dies auch keine Probleme, in gut zwei Stunden war ich durch. Kaum zu Hause, rief Günther an: in Riegelsberg regnete ganz gewaltig. Eine knappe Stunde später zog das Unwetter auch über Bous, die Folgen im Kreis Saarlouis waren am nächsten Tag in der SZ zu lesen!

Ob unsere Pilger das Wetter aus Spanien doch mitgebracht hatten? Voller Spannung diskutierten wir beim Aufbau in der Lindenschule die aktuellen Wetterberichte. Lassen wir uns überraschen! Die Zugriffszahlen der letzten Tage auf die Homepage jedenfalls deuten auf ein großes Interesse an unserer RTF/Marathon hin.




Sonntagmorgen, 6 Uhr: die Wetterberichte in Radio und Internet prognostizieren ideales Radfahrwetter praktisch für den ganzen Tag. Was sie alle aber wohl übersehen haben, ist die Gewitterzelle, die sich im Regenradar fingernagelgroß aus Nord-Ost dem Saarland nähert. Um 7.15 Uhr hole ich bei Georgette in der Boulangerie in Bous meine 20 Baguettes ab, stelle am Ortseingang von Beaumarais meinen Streckenteiler auf und bin kurz vor 8 Uhr an der Kontrollstelle am Lauftreff Rehlingen. Ich hatte noch nicht ausgepackt, da treffen bereits unsere Freunde aus Serrig ein.

Über Dillingen und dem Primstal blitzt und donnert es schon.




Und tatsächlich dauert es nicht mehr lange, und der Regen zieht über uns hinweg! Mitten im Schauer treffen auch die ersten Fahrer ein und schimpfen über das "Scheiß Wetter". Doch im Nordosten lockert die Wolkendecke bereits wieder auf, zu spät für die, die nass geworden sind, aber wenigstens haben sie die Aussicht, schnell wieder zu trocknen.

Mittlerweile ist auch Stephy eingetroffen, und wir bauen unsere Gerätschaften auf. Besonderen Wert legen wir auf Mülltrennung: Becher, Verpackungen, Obstreste und Restmüll werden jeweils gesondert eingesammelt. Dafür ernten wir viel Lob, allerdings gibt es aber auch Radfahrer, die außer dieser über keine weitere Techniken verfügen. Lesen scheint jedenfalls kein Volkssport zu sein, und wir sortieren von Hand nach. Vielleicht sollten wir es im nächsten Jahr mal mit Bildern auf den Schildern versuchen.

Mittlerweile hat die Sonne die Überhand gewonnen, die Regenkleider verschwinden und die Gesichter werden wieder freundlicher.

Dazu trägt aber auch unser hervorragendes Angebot bei, das neben der bereits erwähnten Baguette auch noch Kuchen, Äpfel, Bananen, Apfelsinen und Müsli-Riegel umfasst. Der eine oder andere vermisst noch frisches UrPils, aber wir sind ja eine Sportveranstaltung und kein Feuerwehrfest!

Manfred, einer unserer Jakobsweg-Pilgerer, ist mittlerweile auch aus Spanien zurück und selbstverständlich bei der Phönix-RTF dabei!

Kurz vor 13 Uhr treffen die ersten Marathonfahrer ein. Wie wir mittlerweile telefonisch erfahren haben, sind die 51 Marathonfahrer zwar in Kell durch, aber auf der weiteren Strecke in Richtung Hüttersdorf scheint es Probleme gegeben zu haben. Genaueres wissen wir allerdings nicht.

Um 14 Uhr sind 20 Fahrer bei uns durch, also 31 fehlen noch.

Die Radfahrer berichten, dass im Raum Lockweiler Schilder fehlten. Offensichtlich waren dort im Laufe des Morgens Idioten unterwegs, die nichts anderes zu tun hatten als Schilder abzureißen.

Um 14.25 ruft Uhr Horst aus Hüttersdorf an: Karl Heinz Schmidt ist als letzter Fahrer dort durch. Er wird so gegen 15.15 Uhr bei uns in Rehlingen sein!

Pünktlich trifft Karl Heinz ein, verpflegt sich und fährt Richtung Riegelsberg. Stephy und ich packen zusammen, um 15.45 Uhr ist die Station geschlossen!

Der Regen blieb für den Rest des Tages wirklich in Spanien!




Bilder von der Kontrollstelle Schaumberg




Bilder von der Kontrollstelle Karlsbrunn




Bilder von der CTF-Kontrollstelle Neuhaus

Zum Schluss noch ein paar Zahlen: 243 RTF'ler, 51 Marathonfahrer,53 Teilnehmer bei der CTF, kein Unfall, alle schienen zufrieden zu sein.

Die Radsportfreunde Phönix Riegelsberg bedanken sich bei allen Teilnehmern/innen!


Weitere Bilder findet ihr bei Energis