10.06.07
Text: Günther Eisenbach/khg - Bilder: khg, G. Eisenbach, M.Diehl, H. Dewald, S. Aubertin u.a.


Alle Jahre wieder.

Wie auch in den zurückliegenden Jahren, richteten die Radsportfreunde Phönix auch in diesem Jahr ihre traditionelle Radsportveranstaltung im Breitensport aus.

Neben der RTF (Radtourenfahren) mit Strecken von 50, 80, 115 und 165 km Länge und CTF (Country-Tourenfahren) mit Strecken 31, 51 und 66 km Länge bieten sie in diesem Jahr zusätzlich einen Marathon mit zwei Streckenvarianten von 202 oder von 240 km an. (Hinweis: Um als Marathon im Radsport zu gelten, ist eine Streckenlänge von mehr als 200 km erforderlich.)

Um eine solche Veranstaltung durchzuführen, bedarf eines nicht unerheblichen Aufwandes an Administration, Organisationstalent und logistischer Feinarbeit. Darüber wollen wir, neben der sonst üblichen Berichterstattung, hier informieren.

Am Anfang steht, wie in jedem Projekt, die Planungsphase. Sie beginnt schon Monate vor der eigentlichen Veranstaltung, Fragen wie,

Gebührenpflichtig angemeldet wird die Veranstaltung im September des Vorjahres über den SRB (Saarländischer Radfahrer Bund) beim BDR (Bund Deutscher Radfahrer), der wiederum für die bundesweite Veröf-fentlichung im Rahmen des BDR-Breitensport-Kalenders sorgt.

Zusätzlich wird der Flyer und Plakat unserer Veranstaltung aktualisiert und dank der großzügigen Unterstützung der "Sparkasse" und "energis" in großer Anzahl geduckt und verteilt. Daneben werden vereinseitig diverse Veröffentlichungen im Internet angestoßen.

Der Gang durch die "Mühlen" der Genehmigungsbehörden ist aufgrund der persönlichen Kontakte und der sich zwischenzeitlich eingespielten Routine relativ einfach und schnell erledigt, wobei es hier und da schon eine kleine Papierschlacht ist. Ärgerlich ist allerdings schon, dass die Genehmigung der RTF nach wie vor mit einer Verwaltungsgebühr von 90,00 € belegt wird, obwohl der Vorstand des SRB seit längerem die wohlwollende Unterstützung (durch Reduzierung/Streichung) des saarländischen Ministerpräsident noch nicht eingefordert hat. Sei's drum, hier mahlen die Mühlen der eigenen Verwaltung wohl noch etwas.

Unser besonderer Dank geht an die Verwaltung des Saarforstes, die uns auch in diesem Jahr die begrenzte Nutzung des zwischenzeitlich natur belassenen Forstes (Urwald am Rande der Stadt) zwischen Riegelsberg, Fischbach und Holz gestattet.

Neben der Genehmigung durch Straßenverkehrsbehörde und Saarforst bedarf es der Anmietung einer geeigneten Halle, möglichst mit vollständiger Infrastruktur, die Beantragung einer Schankgenehmigung, das Einholen einer Versicherungsbestätigung, die Abstimmung mit der örtlichen Polizei, Gespräche mit möglichen Sponsoren, Streckenschilder ergänzen und immer wieder "Sitzungen" im Organisationsteam und unzählige Gespräche, Telefonate, E-Mails mit den Vereinsmitgliedern.

Wenn alle diese externen Hürden genommen sind, geht es zunächst administrativ weiter; Einzelne Aufgaben werden innerhalb des Organisationsteams verteilt. Einkaufslisten, Personaleinsatz- /Streckenpläne werden erstellt, Kilometerangaben und Höhenprofile geprüft und ergänzt. All dies wird dann mittels diverser technischer Hilfsmittel unserer berufstätigen Mitglieder zu Papier gebracht (Startkarten, detaillierte Streckenbeschreibungen, Anmeldeblätter, Preislisten, interne Telefonlisten, Hinweisschilder etc.) Aufeinander geschichtet ergibt dies einen ca. 30 cm hohen Papierberg.

Die praktische Arbeit wird in der Vorwoche zur Veranstaltung gestartet.

Jetzt breitet sich schon eine gewisse Unruhe im Orga Team aus, haben wir an alles gedacht - wo steckt der Fehler im Detail!

Letzte Vorbereitungen werden getroffen; Die Pläne des Personaleinsatzes werden aktualisiert und abge-stimmt, die je Station erforderlichen Materialien werden überprüft, die Kuchenliste (ganz besonders wichtig) wird telefonisch abgefragt, schließlich haben wir den Ruf "eine der besten Kuchentheken im Saarland zu sein" zu verteidigen.

Die Strecken, welche bei der RTF und Marathon über öffentliche Straßen und Wirtschaftswege führen, müssen ausgeschildert werden, damit sich die Radler unterwegs auf Sicht zurechtfinden und nicht permanent den Streckenplan zu Rate ziehen müssen. Man kann sich sehr leicht vorstellen, wie viele Kilometer an Ausschilderungsstrecke und Zeitaufwand da zusammenkommen. Zum Teil werden die Strecken mit dem Auto, aber auch mit dem Fahrrad (Schilder im Rucksack) abgefahren.

Die Ausschilderung, bzw. Kennzeichnung der Strecken im Wald ist aufgrund der behördlichen Vorgaben überwiegend nur mit dem Mountainbike zu erledigen, je nach Witterungslage eine schweißtreibende Angelegenheit, schleppen die Helfer doch neben den Schildern noch kiloweise Kalk zur Bodenkennzeichnung mit.

Die erforderliche Streckenverpflegung und Getränke, sicherheitshalber schon Tage vorher bestellt, wird am Vortag der Veranstaltung bei den Lieferanten abgeholt, alles zusammen entspricht das dem Volumen eines kleinen LKWs, wobei wir uns im Wesentlichen unserer PKW bedienen, d.h. also - mehrmals fahren.

Zu guter Letzt wird der Veranstaltungsort hergerichtet, die kühlbedürftige Verpflegung/Getränke werden im Kühlraum gelagert, die Küche wird inspiziert und vorbereitet, Tische und Stühle werden bereitgestellt, die Anmeldeplätze werden eingerichtet, PC + Drucker installiert, Werbebanner aufgehangen, Prospekte ausge-legt, der Frühstücksraum für die Marathonfahrer vorbereitet, uvm……..

Samstagabend, 19:00 Uhr - Endlich geschafft. Es kann losgehen.


Losgehen heißt dann für einige:

03:30 Uhr aufstehen, eintreffen in der Halle bis 04:30 Uhr, Kaffeemaschine anwerfen, Frühstück platzieren, Getränkeausgabe und Kuchentheke öffnen, die Anmeldung für die Marathonfahrer besetzen, Parkplätze anweisen, Viele Fragen beantworten, immer Ruhe bewahren und zu allen Teilnehmern freundlich und zuvorkommend sein, zu dieser frühen Stunde nicht immer einfach, sowohl für uns als Helfer, aber auch als Teilnehmer (der Morgenmuffel schlägt halt hier und da durch).

06:00 Uhr Massenstart - ab geht die Post.

Für viele schon der erste Höhepunkt des Marathons, nach dem Start ein erstes Kräftemessen, bestimmen der eigenen Tagesform und letzter entscheidender Materialcheck.

Dank der Unterstützung der Heusweiler Polizei verläuft alles reibungslos. Jetzt hat unsere Veranstaltung erst richtig Fahrt aufgenommen. Schon bald kommt die erste Zwischenmeldung von der Strecke: der erste ist bereits um 6.50 Uhr am Schaumberg! Der muss ganz schön gedrückt haben!

Ab 07:00 Uhr finden sich die RTF + CTF Fahrer mit vielen bekannten Gesichtern ein; Fahrern aus dem Saarland und den angrenzenden Bundesländern, sowie Luxemburg und Frankreich. Ein optisch buntes Völkchen Gleichgesinnter, die je nach Leistungsvermögen, Zeit und Lust eine der angebotenen Strecken absolvieren.



Bilder vom Start



Bilder von den Kontrollstellen Schaumberg und Züsch



Bilder von der Kontrollstelle Hüttersdorf



Kontrollstelle Rehlingen

7.15 Uhr: Brot fassen in Bous: wir bieten unseren Gästen nur das Beste: original französische Baguette.

Eine sehr gute Idee, wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte!

Auf der Anfahrt zur Kontrollstelle wird in Beaumarais der Streckenteiler aufgestellt. Kurz zuvor hat Günther angerufen: 40 Marathonfahrer sind auf der Strecke
Der Kofferraum des td ist voll, das müsste eigentlich reichen!
Bereits kurz nach 8 Uhr treffen Antonio und Dietrich ein: sie kommen aus Serrig und steigen in Rehlingen in die Strecke ein
Die schnellste Radsport-Website des Saarlandes:

Zwischendurch wird der Bericht am Laptop ständig weitergeschrieben.

Nur WLAN oder eine direkte Satellitenanbindung fehlt noch zur Live-Berichterstattung

Um 12.52 Uhr trifft der erste Marathonfahrer ein: Dietmar Beuten.

Selbst, wenn man die Pausen nicht rausrechnet, hat er einen Schnitt von 28 km/h hingelegt!

Dann geht es Schlag auf Schlag: die restlichen der insgesamt 40 Marathonfahrer fahren ein, verpflegen sich und begeben sich auf die restlichen 70 km.

Auch unserem Pechvogel des vergangenen Jahres, Karl Heinz Schmitt, strahlt wieder. Er ist der letzte, der die große Runde über die Warndtschleife absolviert.

Um 15.15 Uhr schließen wir die Kontrollstelle. Wir hatten viel Arbeit, aber vor allem viel Spass. Besonders hat uns das einheitliche Lob über die Qualität und die Vielfalt unserer Verpflegung gefreut ("Sonst gibt es ja immer nur Bananen und Müsliriegel"). Die Idee mit der französischen Baguette, belegt mit Käse und/oder Wurst, war der absolute Renner.

Nur zum Schluß gab es einen kleinen Wermutstropfen: die beiden letzten Marathonis fanden eine geschlossene Kontrollstelle vor. Freunde, da gab es irgendwo in dem Telefonverkehr ein Missverständnis. Dass ihr es ausbaden musstet, tut uns wirklich leid!



Bilder von der Kontrollstelle Karlsbrunn



Bilder von der CTF


Abschluss:

18:00 Uhr: Geschafft!

Jetzt heißt es, in der Halle alles wieder in Ordnung bringen, Tische und Bänke zusammenräumen, die Küche tip-top in Ordnung bringen, Banner abhängen, Hallenboden und Hallenumfeld säubern, Material einpacken und befördern, …..;

Alle sind geschafft, die Helfer sind müde und ausgebrannt, aber stolz und zufrieden - eine gute Veranstaltung organisiert und durchgeführt zu haben.

Die Bilanz kann sich sehen lassen:

Und das trotz verlängertem Wochendende und gleichzeitiger Trofeo Karlsberg, wo doch viele Radsportfreunde eingebunden waren, die man sonst immer bei den RTF's sieht.

Wir sind zufrieden, und wir danken allen Helferinnen und Helfern aus dem Verein. Sie haben nicht gefragt: was kann der Verein für uns tun, sondern sie sagten: wir tun was für unseren Verein!

Wir können uns zeigen:

Die nächsten Wochen können nun ruhiger angehen, jetzt organisieren andere Vereine unsere radfahrerischen Aktivitäten im Saarland und Umland. Wir sind erst wieder im nächsten Jahr an der Reihe. Auf ein Neues.



19.30 Uhr: Der Tagesbericht ist im Netz!

Eine persönliche Bemerkung sei mir an dieser Stelle gestattet: das heute vielfach im Gespräch an der Kontrollstelle ausgesprochene Lob hat mich gefreut und mir gut getan: es motiviert zur Weiterarbeit!