Das ultimative Erlebnis

13.500 «Jedermänner» und ein Volksfest

Der Phönix war dabei!

Nicht nur die Profis beim Weltcup Rennen HEW-Cyclassics waren auf den Straßen der Hansestadt Hamburg in Aktion, sondern wie in den Jahren zuvor sorgten vor allem die Hobby-Fahrer für Betrieb auf der Strecke.
Bei einem solchen Ereignis musste der Phönix Riegelsberg vertreten sein: während es Günther gelungen war, über die Postbank einen (gesponsorten) Startplatz zu erhalten, hatte Karl Heinz das Glück, durch die tatkräftige Mithilfe unserer Radsportfreundin Eva Schreiber aus Friedrichsdorf in Hessen noch ganz kurzfristig und völlig unerwartet zum Rennen zugelassen zu werden.
Liebe Eva, an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für deine Mühe!

Samstag, 3. August 2002, 03.49 Uhr:
letzter Check vor der Abfahrt. Vor uns liegen 670 km Autobahnfahrt.

Unterwegs haben wir ein Erlebnis der unheimlichen Art: zwischen Hermeskeil und Reinsfeld kommt uns ein Geisterfahrer entgegen. Aber Günther reagiert schnell, fährt sofort scharf rechts und informiert die Polizei.
Zwischenstopp

RTF "Vor dem Weltcuprennen"der Hamburger Radsportvereine


Zum Training und um uns an die Streckensituation zu gewöhnen, haben wir uns mit Eva für den Samstagnachmittag zur RTF verabredet.
Auf dem Deich vor der Elb-Fähre und bei einer Kontroll-Stelle:

Nachmittags im Start-Zielbereich Mönkeberg-/Steinstraße: Weltmeister Oskar Freire und der "Lausitz-Cipollini" Danilo Hondo
Akkreditierung und Abholen der Startunterlagen: Jeder Teilnehmer erhält einen Transponder zur Zeitmessung, ein T-Shirt und einen Kleiderbeutel mit kleinen Werbegeschenken.
Das gibt es auch selten: Günther hat sich beim Schieben einen Platten eingefangen!
Da hat man sich dann auch ein Bier verdient!

Im Hotel

Günther hatte mit der Hotel-Buchung ein goldenes Händchen: Junges Hotel ist zentral gelegen, nur 1 km vom Startbereich entfernt und hat ein freundliches, hilfsbereites Personal: wir konnten nach dem Rennen am Nachmittag sogar noch zum Duschen auf unsere Zimmer!

Das Rahmenprogramm

Im Bereich Binnenalster/Rathaus herrscht Volksfeststimmung:
Jongleur...
... oder Weltrekordversuch im "Unterwasser-Radfahren" (der junge Mann schwitzt wenigstens nicht beim Radfahren!)
Traum-Rad: Pinarello "Prince", nach dem Preis fragen wir garnicht erst!
Saarländer treffen sich überall!
Die Pasta-Party...
... erzeugt Durst!

Der große Tag

Beim Frühstück:


Die Nervosität steigt:
  • hält das Wetter?
  • kommen wir ohne Unfall durch?
  • packen wir den Schnitt (25 km/h sind gefordert)?

Beim Start:

Die 13500 Teilnehmer sammeln sich in verschiedenen Startgruppen.
Die Mannschaft der Postbank, mittendrin Günther
Während Günther an seinen Sponsor gebunden ist, hat Karl Heinz
die wesentliche attraktivere Startgruppe erwischt: die vier Grazien von "Radsport Hiltrop"
Chris und Klara, Anja und Margarethe.
Jetzt wird's ernst:
während die ersten bereits um 8.30 Uhr auf die Strecke geschickt werden, warten wir in der letzten Startgruppe bis kurz vor 9 Uhr. Aber dann geht es endlich los.
Die Startlinie ist bereits von vielen begeisterten Zuschauern gesäumt und wir reihen uns in den unendlichen Lindwurm ein,
der sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit vorwärts bewegt:
Nach einer Stunde haben wir 36 km gebrettert, nach zwei Stunden zeigt der Tacho 70 km.
Die Sorgen um das Einhalten des 25 km/h-Schnitts sind längst verflogen!
Entlang der ganzen Strecke: Zuschauer, die einen Höllenlärm entfachen und uns anfeuern: Profi-Feeling!
Auch der ab km 50 einsetzende Regen treibt die Fans nicht von der Straße!
Vor einem Altenwohnstift am Rande der Rennstrecke hatten es sich etwa 20 ältere Damen mit ihren nebeneinander aufgestellten Lehnstühlen gemütlich gemacht. Mit Decken und Schirmen gegen den Regen geschützt winkten sie den vorbeifahrenden Radlern mit übergroßen Plastikhänden zu. In Hamburg-Holm vertrieben sich die Zuschauer die Wartezeit auf die Radfahrer mit Würstchen und frisch gezapftem Bier. «Toi toi, toi, Du schaffst es» stand mit Kreide auf dem Asphalt. In Volksfeststimmung mit Ständen auf dem Marktplatz warteten die Zuschauer in Wedel (Kreis Pinneberg) auf die «Jedermänner». Die meiste Aufmunterung gab es auf den Bergstücken zwischen Wedel und Hamburg-Blankenese «Hopp, hopp, nur noch 100 Meter», tönte es vom Straßenrand, «Willy ist ein Sieger» stand auf einem der Transparente.

Unterwegs:

In der endlosen Schlange bilden sich ständig neue Gruppen, in deren Sog man einfach mitgezogen wird.

Für die Landschaft hat man keine Zeit, mit einem regelrechten Tunnelblick ist man auf das Hinterrad des Vordermannes fixiert: mehrere Unfälle unterwegs mahnen zur äussersten Vorsicht!
Die erste Verpflegungsstelle in Winsen bei km 55 überfahren wir, auch an der zweiten brausen wir durch: mittlerweile sind wir so nass, dass wir das Auskühlen bei einem Stopp vermeiden wollen.

Nach 80 km Flachstrecke geht es in der Schwarzenbergstraße zum ersten Male bergan. Nach einer schnellen Abfahrt auf nasser Fahrbahn erhebt sich vor unseren Augen die Köhlbrandbrücke über die Elbe. An ihrem Fuß haben wir genau 100 km absolviert, und das in einer Zeit von unter 3 Stunden!
Am Scheitelpunkt winkt ein Sportler mit seinem Laufrad: "Habt ihr einen Schlauch für mich?" Luftpumpe hat er auch keine dabei!
Anja schenkt ihm ihren Reserveschlauch, Karl Heinz zieht den Reifen auf und pumpt auf.
Durch diesen Aufenthalt haben wir mehr als acht Minuten verloren.
Die verbleibenden knapp 20 km lassen wir ruhig angehen: im Hafengelände ziehen sich mehrere Bahngleise quer über die Strecke. Sie sind zwar mit Sand aufgefüllt, der jedoch durch den Regen aufgeweicht und extrem rutschig geworden ist. Wir gehen kein Risiko mehr ein!

An der Binnenalster die "flamme rouge" für den letzten Kilometer, Einfahrt in die Mönckebergstraße: der Zielbereich ist dicht gesäumt von Zuschauern, die jeden Radler begeistert begrüßen.

Jeder darf sich einmal wie Zabel fühlen!

Geschafft:

Nach genau 3:42.49,6 Std. haben wir die Ziellinie überquert. Ziehen wir die "verlorenen" acht Minuten auf der Köhlbrandbrücke ab, kann sich eine Zeit von effektiv 3:35 Std mit einem Schnitt von über 33 km/h sehen lassen!
Vor allem Anja hat eine tolle Leistung vollbracht, schließlich sitzt sie erst seit wenigen Wochen wieder auf dem Rennrad.

Eva durchfährt nach 3:50.39,6 Std das Ziel, Schnitt 31 km/h!
Günther war noch schneller: seine Zeit von 3:24.03,2 Std. entspricht einem Schnitt von über 35 km/h! Gratulation an alle!
Als einfaches Vereinsmitglied sollte man seinem Vorsitzenden stets den Vortritt lassen!

Die Teilnahme an dem Jedermann-Rennen der HEW-Cyclassics ist ein Erlebnis, das sich jeder engagierte Radsportler einmal gönnen sollte! Das Umfeld, die Organisation, das Gruppenfahren und vor allem dieses einmalige Gefühl der ansonsten ungewohnten Geschwindigkeit muss man einfach erlebt haben!

Günther und ich haben uns auf der Heimfahrt fest vorgenommen: im nächsten Jahr sind wir wieder dabei! Wir laden alle interessierten Mitglieder ein, sich anzuschließen"

Überlegt's euch, aber denkt daran, wir müssen das rechtzeitig planen! Einen Startplatz auf den letzten Drücker zu ergattern, das gelingt nicht immer!