11.08.07
Text: Horst Dewald - Bilder: H. Dewald/F. Schönberger - Layout khg


Dreiländergiro 2007

Phönix'ler waren dabei!

Schon im Oktober 2006 meldeten sich Stefan Aubertin, Horst Dewald, Heiner Monzel, Peter Schwarz und Karl-Heinz Jenal beim Bike-Club Reschenpass in Nauders (Österreich) an, um einen der begehrten 3.500 Startplätze beim Dreiländer-Giro am 24.06.2007 zu erhalten. Der Dreiländer-Giro ist ein Radmarathon mit 168 Km und 3.500 Hm durch Österreich, Italien und die Schweiz mit Start in Nauders am Reschenpass.

Da in Nauders, einem bekannten Wintersportort, am äußersten Südzipfel von Österreich zwischen Ötztaler Alpen, Italien und dem Unter-Engadin in der Schweiz gelegen, nur 4.200 Betten zur Verfügung stehen, kümmerte sich Stefan schon im November des vergangenen Jahres um das Quartier. Horst orderte auch schon zu diesem Zeitpunkt bei der Gemeinde Riegelsberg das City-Mobil (als Transporter für 6 Radfahrer mit Gepäck und Rennrädern bestens geeignet).

Am Freitag, den 22.06.2007, nachmittags gegen 14.30 Uhr, startete die Truppe mit dem City-Mobil von Riegelsberg in das 570 km entfernte Nauders. Für den verhinderten Karl-Heinz Jenal sprang kurzfristig der neue Phönixler Frank Schönberger aus Überherrn ein. Der Göttelborner Helmut Schneider, der für den Verein Arbö Land Leben Salzburg startete, war als 6. Mann mit von der Partie. Gegen 22.15 Uhr erreichten die Hobby-Rennfahrer ihr Hotel, das Landhaus Engadin in Nauders.

Am Donnerstag, den 21.06. und Freitag, den 22.06.2007, war das Wetter in der Gegend von Nauders und vor allen Dingen am und auf dem Stilfser Joch und am Ofenpass in der Schweiz noch sehr "bescheiden". Pünktlich am Samstag kam das gute Radfahrwetter zurück und die Sonne lachte. Nach dem Frühstück wurden im großen Festzelt in Nauders die Start-Unterlagen in Empfang genommen. Am Nachmittag startete die Truppe bei optimalem Wetter zu einer Trainingsfahrt von ca. 40 Km bei 380 Hm nach Resia und danach um den Reschensee. Mit von der Partie waren hier noch die beiden Saarländer Uwe Haßdenteufel und Uwe Hoppstädter vom RSF Niederlinxweiler-Team Puhl.

Nach einem mehr oder weniger guten Schlaf (hier spielte auch bei manchem eine gewisse Nervosität bzw. Anspannung eine Rolle) standen unsere Jungs am Sonntag, den 24.06.2007, schon gegen 6.00 Uhr in einer unüberschaubaren Schar von 3.500 Radfahrern im Startbereich. Bei lauter Musik und Durchsagen bzw. Kommentaren zu früheren Veranstaltungen stieg der Puls schon langsam immer höher, obwohl noch keine körperlichen Aktivitäten erfolgten.

Gegen 6.30 Uhr ging es dann endlich bei einer Temperatur von 10 ° C los. Zunächst radelte der große Pulk von Fahrern etwa 5 km, einem leichten Anstieg von etwa 4 % den Reschenpass hoch. Dabei erreichte man vom Ausgangspunkt Nauders (1.360 m) eine Höhe von 1.504 m. Danach ging es in flotter, ja sehr flotter Fahrt noch 31 km flach bzw. bergab nach Sponding (Höhe 900 m) zum Fuß der Nordseite vom Stilfser Joch. Bis hierher fuhren unsere Phönixler noch alle zusammen in einer Gruppe. Mit Beginn des Aufstiegs zum Stilfser Joch zog sich dann das gesamte Fahrerfeld auseinander. Auch unsere 5 Radsportfreunde und Helmut aus Göttelborn fuhren ab hier jeweils nach ihrem eigenen Leistungsvermögen weiter.

Geografisch gesehen verbindet das Stilfser Joch das Vinschgau mit dem Veltin oder großräumiger ausgedrückt auch Südtirol mit der Lombardei. Landschaftlich gesehen ist es eine der großartigsten Strecken hinein in die noch wild und urwüchsig gebliebene Ortlergruppe und aus Sicht eines Radlers betrachtet eines der lohnensten Ziele, das man sich als engagierter Radler nur wünschen kann. Dazu trägt sicherlich auch die Tatsache bei, dass es sich beim Stilfser Joch um die dritthöchste Passstraße der Alpen überhaupt handelt, denn nur die 2.802 m hohe Restefond-/Bonette-Passstraße und die 2.770 m hohe Iseran-Passstraße in den französischen Alpen können noch etwas mehr an Höhe aufweisen. Unsere Hobby-Rennradfahrer fuhren vom Fuß (900 m) bis zum Gipfel des Stilfser Joch´s (2.757 m) 28 km bergauf mit 12%igen und kurzen Stücken von 15%igen Streckenabschnitten und überwanden dabei einen Höhenunterschied von 1.857 Hm.

Nach 650 Hm am Stilfser Joch und insgesamt von Nauders aus nach 48 km befand sich die 1. Verpflegungsstelle in Trafoi.

Danach begann der eigentliche Aufstieg mit 48 Haarnadelkurven (bei Kehre 48). Bei der Kehre 22 konnte man zum ersten Mal die Spitze des Berges erkennen. Diese Stilfser Joch Alpenstrasse von der Nordseite aus, wird auch als "Königin der Alpenstrassen" bezeichnet.

Auf dem Gipfel angekommen, wartete auf die Radler eine große Verpflegungsstelle, wo die Akku´s wieder aufgeladen werden konnten.

Das Thermometer zeigte hier noch angenehme 14 ° C an. Horst gönnte sich hier oben auch etwas Zeit, um den grandiosen Ausblick nach dem anstrengenden Anstieg zu genießen. Für ihn war die Zeitmessung nicht vordergründig das Wichtigste, sondern galt die Devise, Hauptsache gesund ankommen und zwischendurch auch die herrliche Landschaft genießen.

Bei der 17 km langen Abfahrt überquerten die Radfahrer dann nach ca. 3 km die italienisch/schweizerische Grenze. Nach der Abfahrt war die 3. Verpflegungsstelle in St. Maria aufgebaut. Es folgten danach nur wenige km mit flacher Streckenführung. Jetzt wartete schon die zweite Herausforderung, der 2.149 m hohe Ofenpass in der Schweiz. Hier mussten bei mittlerweile fast 33 ° C auf 14 km 800 Hm (bei nur wenigen Serpentinen) überwunden werden. Vor diesem Gipfel gaben relativ viele Fahrer auf und wurden in die Besenwagen eingeladen. In Zernez nach 116 km und 3.050 Hm war die 4. Verpflegungsstelle eingerichtet. Weiter führte die Strecke flach 40 km zur letzten Verpflegungsstelle in Martina (Grenzort Schweiz/Österreich). Das Ziel Nauders ist von hier aus nur noch 7 km entfernt. Aber auf diesem Teilstück mussten noch einmal ganz zum Schluss 440 Hm überwunden werden. Auch hier waren die Besenwagen wieder im Einsatz.

Alle Phönixler kamen gesund im Ziel an. Stefan fuhr eine Zeit von 7:19:31; Helmut 7:22:33; Heiner 7:26:59; Peter 7:27:57; Uwe Haßdenteufel 7:57:50; Uwe Hoppstädter 8:49:09. Horst benötigte "etwas" mehr Zeit. Bei Frank funktionierte die Zeitmessung offenbar nicht. Als Horst zurück ans Hotel kam, saßen Heiner und Peter ganz relaxt noch in den Fahrrad-Klamotten im Biergarten und genossen ihr Weizenbier. Die andern lagen wohl erschöpft im Bett und streckten alle viere von sich.

Das Höhenprofil:

Nach dem Abendessen im Hotel machte die Truppe noch einen Streifzug durch die Kneipen in Nauders.

Am Montagmorgen gegen 10.00 Uhr ging es dann wieder mit dem City-Mobil in das 570 km entfernte Riegelsberg. Unsere Jungs waren ausnahmslos begeistert von den tollen Radfahrerlebnissen bei diesem Dreiländer-Giro. Die vorher absolvierten vielen Trainingskilometer (jeweils zwischen 3.500 und 8.000 km) haben sich in jedem Fall gelohnt.

Auf einige Phönixler wartet schon am 26.08.2007 eine noch größere Herausforderung "der Ötztal-Radmarathon" mit 238 Km und 5.500 Hm mit Start in Sölden!